Story Points über eine Epic-Hierarchie in Jira summieren
Jira Standard bietet keine eingebaute Möglichkeit, Story Points über die Stories eines
Epics und deren Subtasks zu summieren — das Epic-Panel addiert nicht, und es gibt kein
Feld, das Sie in eine JQL-Abfrage, einen Board-Filter oder ein Dashboard-Gadget legen
können. Premiums Epic-Panel zeigt einen Fortschrittsbalken, aber auch das ist nur eine
Anzeige: Eine Abfrage wie "Story Points" > 40 AND "Epic Link" = PROJ-1 funktioniert
weiterhin nicht, weil die Summe in keinem Feld steht.
Zwei Wege führen zum Ziel: eine kostenlose Automatisierungsregel selbst bauen (funktioniert, hat reale Grenzen) oder eine App verwenden, die ein Rollup-Feld für Sie schreibt.
Der kostenlose Weg: eine Automatisierungsregel pro Beziehung
Jira Automation kann ein Feld über eine Menge von Vorgängen summieren, sobald eine Regel läuft — aber sie kann nicht von sich aus eine beliebig tiefe Hierarchie durchlaufen. Sie bauen eine Regel pro Eltern-Kind-Beziehung und lassen sie kaskadieren. Atlassians eigene Vorlage dafür funktioniert so:
- Trigger: Wertänderung bei Story Points.
- Bedingung: Vorgangstyp ist Subtask oder Story.
- Für einen Subtask: Verzweigen Sie zum übergeordneten Vorgang, führen Sie
Lookup issues mit JQL
parent = {{issue.key}}aus und schreiben Sie mit Edit issue field in dessen Story Points:{{lookupIssues.Story Points.sum}}. - Für eine Story: Verzweigen Sie zum Epic, JQL
"Epic Link" = {{issue.key}}(unternehmensverwaltete Projekte) bzw.parent = {{issue.key}}(teamverwaltete Projekte — siehe die Smart-Values-Referenz), und schreiben Sie ebenso in die Story Points des Epics.
Wichtig zu wissen, bevor Sie das bauen: Wenn Sie die Summe in das eigene Story Points-Feld der Story schreiben, überschreiben Sie deren eigene Schätzung. Wenn Ihre Stories eine eigene Punktzahl und ein Rollup tragen sollen, verwenden Sie dafür ein eigenes benutzerdefiniertes Zahlenfeld statt das Story-Points-Feld zu überschreiben — sonst kollidieren zwei Bedeutungen in einem Feld.
Wo die selbstgebaute Regel an Grenzen stößt
- Lookup issues liefert standardmäßig höchstens 100 Vorgänge pro Lauf. Für eine Story mit ein paar Subtasks kein Problem, für ein Epic mit hunderten Stories riskant — siehe Atlassians Performance-Leitfaden dazu, wie diese Grenze konfiguriert ist.
- Jeder Regellauf zählt gegen Ihr monatliches Automatisierungskontingent: 100 Läufe im Free-Plan, 1.700 im Standard-Plan, 1.000 pro zahlendem Nutzer im Premium-Plan (Atlassians Nutzungsdokumentation). Zwei verkettete Regeln auf einer aktiven Hierarchie summieren sich schnell.
- Nichts füllt sich von selbst rückwirkend. Werte erscheinen erst nach der nächsten Änderung an jedem Vorgang — ein bestehendes Backlog bleibt leer, bis jemand jeden Eintrag anfasst.
- Eine vierte Hierarchieebene (Sub-Subtasks oder eine zweite epic-ähnliche Ebene) bedeutet eine dritte Regel, und jemand muss JQL und Feldnamen synchron halten, wenn sich der Workflow ändert.
Wann sich ein Rollup-Feld lohnt
Bei einer kleinen, stabilen Hierarchie sind die Regeln oben wirklich kostenlos und ausreichend — behalten Sie sie. Wenn Sie drei oder mehr verkettete Regeln pflegen, gegen das monatliche Laufkontingent stoßen oder jeder Vorgang (nicht nur Epics) einen eigenen, laufend aktuellen Wert ohne manuelle Pflege tragen soll, zahlt sich eine spezialisierte Rollup-App wie TreeTotals aus: Sie schreibt die Summe automatisch in ein Feld, gibt kinderlosen Vorgängen ihren eigenen Wert statt eines leeren Felds und braucht keine Regelpflege.